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Gestern war's komisch.
 Wir sahen allesamt gut aus, hatten Spaß & eventuelle Urlaubspläne geschmiedet....
& dann haben wir unsere Homebase betreten.
Wir hatten uns auf einen gewohnt guten Abend im Forum, dem besten Club der Welt [oder zumindest unserer Heimat], eingestellt. Doch schon das bezahlen an der Kasse war anders als sonst; diesmal sollte es nur 3 € kosten.
Ich ahnte Böses & behielt Recht: es war so leer wie schon lange nicht mehr. Die Musik passte nicht, die Leute passten nicht, die Atmosphäre erst recht nicht. Alles war unbequem & zwickte entsetzlich. Und dabei ist das Forum das älteste Paar Schuhe, das ich besitze & immer mit Stolz getragen habe.
Auch die Anwesenheit von Partyhengst-Anton machte es nicht unbedingt besser, aber immerhin weiß ich jetzt dass wir uns für die selbe FH beworben haben & ich es extremst witzig fände, wenn man sich dort irgendwann wieder treffen sollte.
Nun gut. Das nächste Wochenende kommt bestimmt & es verspricht nur besser zu werden: eventuell Electrolounge & die evtentuell mit R. That would be nice, indeed!
Danke für Ihre Aufmerksamkeit & das Verschwenden von 2 1/2 Minuten Ihrer Lebenszeit!
2.5.10 19:00


 
Es ist Mittwoch. Das Praktikum ist bald rum & das ist auch gut so, denn langsam verliere ich die Geduld.
Ich finde die Arbeit in der Psychiatrie unheimlich kräftezehrend. Normalerweise bin ich unheimlich geduldig, aber hier reißen mir die Nerven in Rekordzeit durch. Vielleicht aber auch nur, weil ich merke, dass ich niemals in einem Krankenhaus arbeiten möchte, weil mir das alles viel zu unpersönlich ist.
Ich möchte kurz von meinem heutigen Erlebniss erzählen, dass mich ein bisschen aus der Bahn geworfen hat.
Frau H. ist eine Patientin, die im Rollstuhl sitzt & sich gerne mal den Arsch pudern lässt. Das bedeutet im Klartext dass sie alle Mitarbeiter mehr einspannt als nötig ist, z.B. lässt sie sich das Essen reichen, obwohl sie es eigentlich selber könnte. Sie hat eine bestimmte Krankheit & deswegen kann sie sich nicht besonders gut bewegen, jedoch hat sie es nach Aussage einer Kollegin gestern sogar geschafft, ganz alleine Spaghetti [!] zu essen. Der Auftrag lautete also: sie soll ihre Ressourcen nutzen & selbstständiger werden. Leuchtet ein. 
Ich habe mich die letzen Tage eigentlich sehr gut mit Frau H. verstanden. Heute fragte sie mich ob ich ihr den übrig gebliebenen Karamellpudding geben könne, & ich füllte ihr etwas in eine kleinere Schüssel. Ich fragte sie, ob sie lieber mit einem kleinen oder einem großen Löffel essen wolle. Einem kleinen, sagte sie. Ich stellte die Puddingschüssel & einige Servietten auf den Tisch, hielt ihr den Löffel entgegen & sagte freundlich: "Biteschön! Guten Appettit."
Was dann folgte war ein Wutausbruch in einem Maße wie ich ihn noch nie zuvor erlebt hatte & auch nicht beschreiben kann. Frau H. rastete völlig aus & schrie immerzu was uns denn einfalle, wieso müsse sie immer[!] alles [!!!] selber machen & das sie sofort nach Hause wolle. Das war soweit alles noch okay, denn ich hatte mich auf eine ähnliche [wenn auch weniger heftige] Reaktion gefasst gemacht. Dann befahl sie mir beide Feuerschutztüren zu öffnen, damit sie die Küche verlassen könne, durch eine alleine würde sie mit ihrem Rollstuhl nicht passen.
Ich versuchte die Tür zu öffnen, doch sie hatte einen seltsamen Mechanismus & die eine Hälfte der Tür bewegte sich keinen Millimeter, egal wie sehr ich daran rüttelte. Da ich die Tür nicht aus den Angeln hebeln wollte, fragte ich Frau H. so ruhig wie nur möglich, wie sich die Tür denn öffnen ließe.
Sie schrie & brüllte & zeterte. "Mach es selber!", kreischte sie, "Mach es doch alleine! Mach es alleine!!" "Ich weiß nicht, wie es geht!", versuchte ich jetzt gegen sie anzuschreien, "Ich kann sie nicht öffnen, wenn Sie mir nicht erklären wie ich es machen soll."
"Mach es selber! Ich kann auch nicht alles & soll alles selber machen!" Ich startete einen letzen gut gemeinten Versuch. "Wenn Sie mir nicht sagen, wie ich die Tür aufbekomme, dann kommen sie auch nicht mehr aus der Küche heraus." Durch Frau H.s hysterisches Geschreie kam ein anderer neugieriger Patient zur Küche hin deutete auf die Tür & sagte freundlich zu mir: "Sie müßen nur..." Der Rest ging unter, weil Frau H. "Nein, sag es ihr nicht, sie soll es SELBER MACHEN!!!!" schrie. Ich beobachtete diese Szene mit einer Mischung aus Ekel, Schock & Faszination. Frau H.s aufgeblähtes Gesicht war kanllrot angelaufen & sie sah aus wie ein beschissener Heliumballon, den ich einfach zu gerne zerstochen hätte. Sie hüpfte in ihrem Rollstuhl auf & ab & spuckte während sie schrie. Die Puddingschüssel hätte ich ihr am Liebsten ins Gesicht geworfen, doch ich tat anstattdessen entschied ich zu gehen.
Ich ging aus der Küche & blickte auf dem Gang ins Dienstzimmer in den Spiegel. Die Person die ich dort traf war kalkweiß im gesicht & wirkte irgendwie verstört. Sie ist krank, beruhigte ich sie. Ja, ich weiß, antwortete sie. Aber trotzdem sie sie 'ne dumme Gans.
Nun, das positive an der ganzen Sache: Dinge, die mich erst einmal fertig machen, machen mich im Nachhinein stärker & außerdem: endlich hat es mal gekribbelt.
Und trotzdem: ich möchte jetzt Wochenende. Unbedingt.
PS: Liebe letze Verfasserin des letzen GB-Eintrages, da ich dir auf deinem Blog nicht antworten kann mach ich es eben hier, ich hoffe du liest es trotzdem: Dankeschön. Ich bin eine elendige Diebin, denn die Bilder sind größtenteils von tumblr & deviantart geklaut. Liebe Grüße, so last summer.
5.5.10 23:28


 
Das war's also, die 2 Wochen sind rum.
Nach einem streßigen Dienstag & diesem konfliktreichen Mittwoch waren die letzen beiden Tage wieder recht angenehm.
Frau H. wollte wieder mit mir Frieden schließen. Das war okay, denn ich bin davon überzeugt das sie es nicht persönlich meinte. Ihr Wutausbruch war nun mal ein Teil ihrer Persönlichkeit & außerdem muß ich sie ab jetz ja eh nicht mehr sehen.
Ich muss sagen, dass es eine gute Entscheidung war. Es waren 2 anstrengende Wochen, weil ich grob geschätzt 5672567743 Eindrücke zu verarbeiten hatte. Von vielen Dingen, die ich dort erlebt habe möchte ich hier auch gar nicht schreiben, einfach weil Worte nicht ausreichen. Durch die Gänge einer Psychiatrie zu wandeln, eine ganze Abteilung wegen eines aktut gefährdeten Patienten abschließen, sich die Lebensgeschichten anderer erzählen lassen, während man in der Sonne sitzt & Kniffel spielt. Das ist wirklich der Wahnsinn.
Heute: eine Frau, die mich seit gestern Abend kennt, bricht in Tränen aus als ich verkündete, dass ich gehen werde. "Gute Frau! Sie müssen mich unbedingt wieder besuchen! Ich koche auch ewas für Sie!" Das waren ihre Worte, & ich dachte: die muss wirklich irre sein, mich als gute Frau zu bezeichnen.
Ich fühle mich gerade ein bisschen so, als wäre ich aufgewacht. Nach Hause gekommen. Oder zumindest an einem anderen Ort als noch vorhin.
Ich kann jedem, den es wirklich interessiert & der es sich zutraut ein Praktikum in einer Psychiatrie zu machen, & sei es auch nur für 2 Wochen. Das, was man dort so mitbekommt und erlebt, reicht dann mindestens für 2 Leben.
7.5.10 18:37


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