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So, nun kommt er zwar total verspätet, aber immerhin: Der Bericht zum Hurricane 2013.

Donnerstag sollte es also losgehen. Ich war mit einem Mädel verabredet, die in einem silbernen VW-Bulli fahren & mich in Münster einsammeln wollte; & zwar gegen ursprünglich 14 Uhr.
Da es nie so klappt wie man es plant, meldete sich schon recht früh aus Bonn & sagte, dass sie nicht losfahren kann, weil es zu krass regnet. Ich schaute aus dem Fenster & sah hellgrauen Himmel, aber soweit war es trocken.
Dieser Zustand hielt sich in etwa eine halbe Stunden. Dann ging die Welt unter.
Wirklich. Der Himmel war so schwarz wie nachts, es regnete so stark dass ich durch die Tropfen kaum etwas erkennen konnte & die Bäume bogen sich vom Wind, dass ich mich erstmal freute, dass sie nicht bis zu mir hoch in den 4. Stock wuchsen.
Um halb 5, als ich zum vereinbarten Treffpunkt auftauchte, hatte es sich weitesgehend wieder beruhigt, denn: Das Unwetter war gen Norden weiter gezogen. Und wir zogen ihm hinterher.
Im Auto lernte ich Ricarda & Gina kennen, mit denen ich zusammen auf der Rückbank saß & mich auf Anhieb gut verstand. Allgemein war die Stimmung im Bulli wirklich blendend, wir sangen & alberten rum als würden wir uns schon länger als ein, zwei Stunden kennen. Wir kamen super durch & die Vorfreude stieg.
Einige Kilometer vor dem Ziel kamen wir dann erst schleppend voran, dann ganz zum stehen. Auf facebook wurde bekannt gegeben, dass jetzt unter keinen Umständen Zelte aufgebaut werden sollten, die Leute Zuflucht in ihren Autos suchen & Menschen ohne Autos aufnehmen sollten. Ach du scheiße.
Als wir dann entgültig zum Stillstand kamen, beschlossen wir, aus dem Bulli auszusteigen & uns die Beine auf der Schnellstraße zu vertreten. Die Jungs in den Wagen vor & hinter uns folgten unserem Beispiel & man kam ins Gespräch.
Nach & nach wurden Campingstühle, Bier & sogar ein Grill aus den Autos geholt & wir fläzten uns an den Straßenrand. Alle 20 Minuten ging es ein paar Meter voran, also klemmten wir uns die Stühle & den Grill unter den Arm & liefen neben den schleichenden Autos nebenher. Wir hatten ale unglaublich viel Spaß, & ich habe noch nie eine bessere Umsetzung des Spruches "Das Beste draus machen" gehört. Es hat nicht mal gestört, dass wir so langsam voran kam - viel zu gut war die Laune aller, viel zu spontan die Party am Straßenrand.
Es wurde dann irgendwann dunkel, & wir liefen wir Laternenkinder mit Kerzen neben den Autos durch die Dämmerung. Als es dann schließlich stockduster war [& wir alle gut angetrunken], beschlossen wir wieder im Auto mitzurollen.
Hier & da wurden Gerüchte geschürt, dass die Autos auf den Parkplätzen mit Treckern aus dem Schlamm gezogen werden mussten & dass man auf dem Campingplatz im Matsch ertrinken würde. Unsere Fahrerin bekam langsam Panik, aber irgendwann nach 4 Stunden schafften wir es doch noch, bei den Parkplätzen zu landen. Da war es kurz nach 1 Uhr & ich musste pinkeln wie noch nie.
Es war ein Bild des Chaos & der Verwüstung; wir blieben mit dem Bulli wenige Meter, nachdem wir auf das Parkareal fuhren, stecken - da half auch kein anschieben mehr. Die Autos standen kreuz & quer, überall liefen völlig durchnässte & orientierungslose Menschen umher, entfernt blitzte es. Es war wirklich so ätzend, dass ich anfing zu lachen.
Ich holte noch mit Ricarda & Gina das Bändchen ab & beschlossen dann, im Auto zu "übernachten", weil wir keine Lust hatten, im Dunkeln mit Gepäck über das Gelände eiern. Gesagt, getan.

Freitag begann dann für uns sehr früh. Nach sehr wenig & wenig erholsamen Schlaf telefonierte Ricarda mit einem Typen, den sie über ihre Schwester kannte & bei dem alle ihr Lager aufschlagen wollten, da dieser schon einen Tag früher angereist & Platz frei gehalten hatte. Gegen 8 schlüpften wir dann in unsere Gummistiefel, schnallten uns unser Gepäck um & machten uns auf den Weg. Ich beschloss, mit den anderen mitzugehen & bei ihnen zu campen, denn nach dem Erlebten waren wir schon echt aneinander geschweißt.
Ich war froh, nur einmal laufen zu müssen. Es war unglaublich anstrengend, sich den Weg durch den tiefen Schlamm zu kämpfen. Wir waren gut eine dreiviertel Stunde unterwegs, bis wir Oli trafen, der uns zum Lager brachte.
Glücklicherweise hatten sie nicht am Hauptweg gecampt, sonst wären die Zelte vermutlich schon abgesoffen.
Während Gina & Ricarda erneut los zogen, um den Rest ihres Gepäcks zu holen, freundete ich mich mit Oli & Lisa, den beiden Bewohnern der schon aufgebauten Zelte, an. Ich wurde direkt mit Bier begrüßt, wir bauten den Pavillion halb auf & planten dann die nächsten Tage.
Nach & nach kamen noch Rodney & Sonja, die einzige, mit der ich nur so halbwarm geworden bin. Trotzdem haben wir alle von Anfang an gemerkt, dass die Konstellation von Leuten dieses Jahr einfach nur gut war & es machte Spaß, mit diesen vollkommen fremden Leuten abzuhängen.

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Sonja, Oli, & Rodney, der mir grade mit seiner Kamera auf den Sack geht während ich esse.

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Gina & Ricarda. Ich sitze unten links & genieße leckere Dosen-Penne.

Irgendwann rief mich mein Bruder an, dass er nun auch endlich angekommen sei. Wir trafen uns am anderen Ende des Geländes [weil er nur noch den letzten Parkplatz befahren konnte] & schleppten ultraschweres Gepäck durch den Schlamm. Zu allem Überfluss begann es wieder zu schütten, mein Gummistiefel blieb im Schlamm stecken während ich einen Schritt tat & die Hacke des Schuhs riss auf, wir scheuerten uns unsere Schultern fast blutig & schließlich bemerkte ich, dass das Zelt von innen nass geworden war – meine Laune sank auf den Tiefpunkt. Unsere Campmitbewohner wußten aber, wie sie uns aufheitern konnten & so gingen wir dann doch noch relativ beschwingt & hey – kam da etwa die Sonne raus!?- zu unserer ersten Band, Shout Out Louds.
Netter Auftritt, die Stimmung im Publikum war ziemlich hippiesk. Überall flogen Seifenblasen & die Leute sangen beseelt mit. Ich schälte mich aus meinen durchnässten Stiefeln & Socken & stand barfuß auf dem noch recht frisch aussehenden Rasen. Endlich waren wir angekommen.
Danach gingen wir wieder zurück zum Zelt, um festzustellen, dass man uns bereits unsere Campingstühle geklaut hatte. Wow, an dem Tag war echt der Wurm drin.
Wir ließen uns auch davon nicht mehr unterziehen, zogen dafür aber ein paar Bier weg. Um halb 8 standen wir dann aber wieder pünktlich vor der grünen Bühne & ich sah zum ersten Mal in meinem Leben The Hives.
Ich war wirklich überrascht, denn es war besser, als ich erwartet hatte. Es war einfach nur ein wunderbarer, kraftvoller, spaßiger Auftritt, die Energie von vorn kam sogar bei uns hinten an, obwohl wir doch noch recht weit weg standen. Sie spielten alle ihre großen Lieder & ich fühlte mich zurück geworfen ins Jahr 2007, als wir „TICK TICK BOOM“ schreiend in der Disko standen & unsere wodkadurchtränkten Leiber schüttelten.
In der Umbauphase liefen mein Bruder, Ricarda, Gina, Lisa & ich weiter nach vorn. Ich verpeilte völlig, dass auf der blauen Bühne The National spielten & ich beiße mir dafür immer noch ein wenig in den Arsch, aber gut.
Die nächste Band, die auftrat, waren die guten alten Billy Talent. Ich hab das Gefühl, dass sie jedes 2. Jahr beim Hurricane auftreten, aber die Routine tat dem Auftritt keinen Abbruch. Billy Talent hat für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen, denn dies war die erste „richtige“ Band, die ich 2006 live gesehen hatte [DJ Bobo 1998 zähle ich jetzt mal nicht mit]. Das einzig nervige war das Mädchen, das mir irgendwann mit voller Absicht ihren Ellenbogen in die Rippen rammte weil „ich ihr nicht genug tanzte“.
Während des letzten Lieds riss mir meine Handtasche von der Schulter, in der mein Handy, mein Portemonnaie, meine Karten, meine Schlüssel & Marcos Autoschlüssel lagen. Es war einfach nicht mein Tag, doch wie durch ein Wunder konnte ich meine Tasche & deren Inhalt retten. Sonst hätte ich mich wahrscheinlich auch direkt vom dort ansässigen & in diesem Jahr zum ersten Mal vorhandenen Riesenrad geworfen.
Als Abschluss für diesen Abend kam dann das erste Highlight des Wochenendes: Rammstein.
Es begann mit einem Feuerwerk, zwischendurch gab es feuerspeiende Gitarren, ein Mikrofonständer brannte, ein Kessel brannte, ein Mann brannte. Die Stimmung war einmalig & ich würde behaupten, dass gut 95% der Besucher sich bei Rammstein eingefunden hatten.
Es brauchte keine großen Publikumsinteraktionen seitens der Band, um die Masse zu bespaßen. Ich bekam Gänsehaut, als alle Leute bei „Du hast“ mit“sangen“, während die Instrumente verstummten – so viele Menschen, die auf einmal sangen, das war schon beeindruckend. Ach ja, der Auftritt endete damit, dass sich der Sänger „Pussy“-singend auf eine riesige Kanone in Penisform setzte, die sich drehte & Schaum ins Publikum schoss. Das kann man mögen oder blöd finden; ich fands großartig, als Herr Lindemann stumpf von dem Riesengeschlechtsteil stieg, sich artig bedankte bei dem „großartigen Publikum & den ganzen Spaß“ & die ganze Band mit einer Verbeugung verschwand. Ein wirklich gelungener Auftritt.
Ursprünglich wollte ich mir dann noch mit Sigur Rós das volle Kontrastprogramm geben, aber meine & Marcos Beine trugen uns nicht mehr & wir landeten gegen 1 Uhr im Zelt & schliefen den tiefsten Schlaf, den ich je auf einem Festival hatte.

Samstag begannen Marco & ich mit einem gesunden Weingummi-Müsliriegel-Dosenpfirsisch-Frühstück. Oli kletterte irgendwann mit kleinen Augen aus dem Zelt, schob den Ghettoblaster voran und spielte kommentarlos folgendes Lied ab:



Die Situation war so absurd, dass Marco und ich erstmal einen Lachanfall bekamen. Dann erbarmte ich mich & drückte Oli meine letzte Flasche Wasser in die Hand [Marco hatte tatsächlich das Wasser zu Hause liegen lassen!]. Er starrte mich völlig betrunken an & ließ nach ein paar Minuten die ungeöffnete Flasche unkontrolliert fallen. Dann stand er auf, ohne überhaupt ein Wort gesagt zu haben & verzog sich wieder ins Zelt. Die Hymne des Wochenendes war geboren.
Der Rest begann mit uns unsere Dosenbiervorräte zu vernichten. Wir klebten uns mit glitzernden Klebetattoos aus der Popcorn voll, bezahlten musizierende Menschen mit Weingummi & sonnten uns, denn auf einmal ballerte die Sonne uns auf den Kopf. Mein Bruder trank zu schnell zu viel & spielte dann auch noch Flunkyball, was ihm den Rest gab. Auch er wanderte zurück ins Zelt & schlief seinen Rausch aus. Dabei verbrannte er sich seine Beine, die die ganze Zeit in der Sonne lagen.
Da wir ihn nicht mehr wach bekamen, malten wir ihn mit Filzstiften an. Was für ein Spaß. Wir dödelten den ganzen Mittag rum, so dass wir viel später als geplant erst wieder zum Festivalgelände kamen. Aber dann:
Nachdem wir uns aus einiger Entfernung 2 Lieder von Frittenbude reinzogen, wanderten wir zurück zur grünen Bühne. Und dann kam eine weitere Herzensband, die ich schon seit langer Zeit sehen wollte: Bloc Party.
Ich hatte eine super Sicht, alle wichtigen Lieder wurden gespielt die Sonne blieb. Es war fabelhaft! Das Publikum schien so nostalgisch drauf gewesen zu sein wie ich, so erschien es mir zumindest. Doch der 2007er-Rausch sollte noch nicht abreißen.
Nach Bloc Party ging ich nicht wie alle anderen zu Marteria, sondern mit Oli zusammen zu The Vaccines ins Zelt.
Boom! Ich stehe ja eh auf die Auftritte im Zelt, weil diese dort immer eine ganz eigene Atmosphäre haben. Es ist viel mehr wie ein Konzert, ich habe den Eindruck dass dort auch fast nur Leute sind, die wirklich Bock auf die Band haben. Und so war es dann auch: Die Leute feierten, & The Vaccines heizten ordentlich ein. So muss das sein! Ein echter Überraschungsauftritt und einer der Besten dieses Wochenende für mich. Auch, wenn ich dafür Casper bei Marteria verpasst habe.
Mein Bruder ist in der Zwischenzeit von den Toten erwacht & wir trafen uns bei den Editors auf der blauen Bühne wieder. Auf dem Weg vom Zelt dahin kam ich bei Of Monsters and Men vorbei, & zufälligerweise wurde genau dann „Little Talks gespielt“. Das ging gut ab.
Es war erstaunlich leer bei den Editors. Nein, nicht leer, aber es waren weniger Menschen da, als ich erwartet hätte.
Sowieso, ich hatte einen melancholischen, ruhigen Auftritt erwartet. Ich hatte mich geirrt! Die Jungs hatten richtig Bock, das Publikum auch & meinen Bruder hat es wohl richtig mitgenommen, denn er kürte die Editors zum besten Auftritt des Festivals. Auch eine echte Überraschung.
Danach gab es ganz kurz Kasabian für uns, wir liefen aber schnell zurück zum Zelt, denn wir wollten uns unbedingt noch etwas zu Essen reinschieben, denn: es sollte noch ein langer Tag werden.
Zu den Arctic Monkeys standen wir wieder überpünktlich vor der grünen Bühne. Wieder ein 2007er-Flash, & wieder eine Überraschung: ich weiß selber nicht, wieso ich meine Erwartungen dieses Jahr so niedrig angesetzt hatte. Aber die Monkeys waren toll, es gab ein paar ganz neue Lieder, ein paar neuere & ganz viele alte. Ich tanzte im trocknenden Schlamm wie eine Irre, aber das war mir egal.
Die letzten paar Minuten der Arctic Monkeys opferten zu Gunsten des letzten Auftritts für heute: The Parov Stelar Band, mein persönliches Highlight für diesen Tag. Obwohl Deichkind parallel spielten, hatte ich die Befürchtung nicht mehr ins Zelt zu kommen wenn ich zu spät hinginge, aber wir kamen ganz locker rein.
So. Parov Stelar also. Auch etwas, was man mögen muss, um es sich 1 ½ Stunden reinziehen zu können. Ich mag es & ich sage: DAS war mein Highlight des Wochenendes.
Schon im Vorfeld wurde dem Publikum mit geilem basslastigen Electroswing eingeheizt, und schon vor Beginn des Auftritts gingen alle total mit. Und dann…
Hallo? Ein DJ mit Liveband, bestehend aus Trompeter, Saxophonisten, Schlagzeuger, Gitarrist & Sängerin? Wie geil ist das denn bitte? Und dann im Zelt? Ich dachte, dass Zelt würde in sich zusammenbrechen vor guter Laune & Energie. Es war unglaublich & ein echtes Wowerlebnis. Sogar Marco, der die Band gar nicht kannte [& auch die Musik gar nicht so mag] blieb bis zum Ende & tanzte sich den Arsch ab.
Um 2 Uhr war dann tatsächlich Schicht im Schacht, & wir gingen mit Oli, den wir am Ausgang wieder getroffen haben, zurück zu den Zelten. Diesmal landeten wir allerdings nicht sofort in den Federn, sondern wir saßen gemütlich beieinander, aßen völlig ungesundes Zeug durcheinander, beobachteten Feuerwerk & brennende Dixiklos aus der Ferne & schrien wie von Sinnen bescheuerte youtube-Insider in die Nacht. Irgendwann blickte ich in den Himmel & meinte „Wow, ganz schön hell. Wie spät ist es eigentlich?“ Als wir dann rausfanden, dass es auf halb 5 zuging, beschlossen wir doch noch ein paar Stunden zu schlafen, um den Sonntag zu überleben.

Sonntag weckten mich keine Vögel. Nein, oben genanntes Lied durchbrach Punkt 8 die so idyllische Stille. Von überall hörte man halb genervtes, halb belustigtes Stöhnen & Olis Gelächter. Guten Morgen, Hurricane.
Das Wetter war wunderschön, & nachdem Marco & ich gefrühstückt hatten packten wir unsere Sachen zusammen & schleppten schon mal alles zum Auto, damit wir noch an diesem Abend fahren konnten. Es herrschte allgemeine Aufbruchstimmung, was irgendwie seltsam war, denn es kam mir vor als sei ich grade erst angekommen. Und weg wollte ich eigentlich auch noch nicht, denn dieses Paralleluniversum hier gefiel mir so gut.
Gegen 2 latschten Marco, Oli, Lisa & ich zum letzten Mal zum Festivalgelände & schauten und bei strahlenden Sonnenschein Prinz Pi an.
Schön war‘s! Auch wenn mich die vielen Hipster-tumblr-chicks im Publikum nicht wirklich überraschten. Pi hatte die Menge wirklich im Griff, & das Wetter tat sein Übriges. Leider mussten wir diesen wirklich angenehmen Auftritt frühzeitig verlassen, um zum letzten großen Highlight des Wochenendes aufzubrechen: Macklemore & Ryan Lewis!
Was waren wir euphorisch. Nicht nur wir, sondern gefühlte Millionen Menschen um uns herum. Man merkte, dass die Masse mit hohen Erwartungen gekommen war; alle waren bereit zu springen, zu schreien, zu feiern. Wir hatten uns extra einen Beutel Konfetti besorgt, den wir im Laufe der Stunde leeren wollten.
Und dann stürmten Macklemore & Co die Bühne, & die Leute klatschten & jubelten euphorisch, & dann kam… NIX.
Es war ein Trauerspiel. Über die Bildschirme sahen wir, was für eine großartige Show auf der Bühne abgezogen wurde, doch irgendein Vollidiot von Tontechniker hat es nicht geschafft, den Sound richtig einzustellen. Es kam absolut nichts bei uns an, ich hörte nur die spottenden & enttäuschten Gespräche um mich herum. Es war einfach nur ein schlechter Scherz. Ich war wirklich, wirklich noch nie so enttäuscht von einem Auftritt gewesen wie dort. Das Publikum strömte in Scharen weg, was ja auch für die Künstler, die wirklich gar keine Schuld traf, einfach nur schade ist. Das war ein ganz dickes Minus & blöder als aller Regen & Schlamm zusammen.
Marco & ich blieben trotzdem bis zum bitteren Ende, wobei jedes angestimmt Lied ein neuer Schlag ins Gesicht bedeutete. Wirklich viele Lieder spielte Macklemore aber eh nicht, denn er quatschte zwischen den Songs viel über Toleranz & Respekt [sehr löblich!]. Leider verstand ich nicht mal die Hälfte von dem, was er da sagte, da die Menge um mich herum lauter moserte als die Lautsprecher arbeiteten. Immerhin, die Stimmung bei „Thrift Shop“ & „Can’t hold us“ war Bombe. Alles in allem war’s trotzdem Mist.
Nach Macklemore folgte die Band, die ich letztes Jahr noch Sonntags um 12 im Zelt gesehen & danach klitschnass interviewen durfte: es gab ein Wiedersehen mit den großartigen Alt-J. Es ist seltsam, aber mich erfüllt ein leichtes Gefühl von Stolz, dass die Jungs es innerhalb eines Jahres aus dem Zelt auf eine Riesenbühne geschafft hatten. Die Sonne kam raus, die Stimmung war entspannt & die Lautsprecher funktionierten wieder & vom ersten Wellenbrecher aus konnte ich sogar sehr gut sehen. Leider ging der Auftritt viel zu schnell vorbei. Aber es war traumhaft & vor allen Dingen besänftigend.
Wir blieben direkt vor der Bühne stehen, denn als nächstes trat wieder eine Band auf, deren Ansehen & live Miterleben längst überfällig war: Two Door Cinema Club.
Boy, die waren toll! Den Sänger kürte ich direkt zum bestangezogensten Mann überhaupt. Ach dieser Auftritt war wunderbar, luftig leicht, fröhlich, sonnig, vor guter Laune berstend & einiges wieder gut machend. Wer Interesse hat, findet den Auftritt in der Mediathek von Zdf.neo. Einfach mal morgens neben dem Frühstück herlaufen lassen & gut gelaunt in den Tag starten.
Als nächstes schlurften Oli, Marco & ich rüber zu NOFX. Wir waren mittlerweile alle schon ein wenig angeschlagen, deswegen setzten wir uns einfach stumpf auf den Boden & genossen gute Laune von allen Seiten. Zu „Kill al the white man“ bin ich dann aber aufgesprungen & hab mich wild um mich selbst gedreht. Plötzlich erschien ein richtig knalliger Regenbogen am Himmel [auf Bildern kommen die niiie so gut wie in echt] & NOFX beendeten ihr Set mit einer absolut lustig-bescheuerten Musicalnummer mit deutschem Text, zu der sie albern tanzten. Auch das findet sich in der Mediathek & ist einen Blick wert.

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Der letzte abzuharkende Punkt für dieses Wochenende waren The Gaslight Anthem. Hatte ich zuvor schon 2x gesehen, doch es ist immer wieder eine Freude. Ich liebe Brian Fallon & ich liebe TGAs Musik. Mr. Fallon hatte saugute Laune & freute sich anscheinend so sehr wie wir, dass es trocken geblieben war. Auch mein Bruder war positiv überrascht & fand den Auftritt extrem toll.
Als The Gaslight Anthem die Bühne verließen, wollte auch Marco so schnell wie möglich das Weite suchen. Ich konnte ihn dennoch überreden, für eine halbe Stunde rüber zu Paul Kalkbrenner zu gehen. Also verabschiedeten wir uns von Oli, sammelten noch einmal unsere letzten Kräfte & hüpften rüber zur blauen Bühne.
Was soll ich sagen? Einen besseren Abschluss eines Festivals kann es nicht geben. Die Sonne ging langsam unter & färbte den Himmel in kitschige Farben, die Abendluft war mild & klar & überall tanzten zufriedene, fröhliche Menschen zu Electroklängen. Schweren Herzens ließ ich mich dann doch irgendwann von meinem Bruder mitreißen. So gingen wir zum Auto, zogen uns noch jeder eine Dose Essen rein & fuhren dann in die Dunkelheit nach Hause.

Das war das Hurricane, & unser Fazit für dieses Jahr fiel eindeutig aus: Weniger Bands gesehen als sonst, dafür fast noch mehr Spaß mit großartigen Menschen gehabt &: nächstes jahr zu gerne wieder!

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Bruderherz & ich. PS: Ich habe für diese Leggins verdammt viele Sprüche bekommen, & sie waren zu 99,9% positiv.
4.7.13 19:37


Die Zeit bleibt für niemanden stehen, & je älter ich werde, desto schneller scheint sie davon zu fliegen. Die ganze letzte Woche hat mir vor Augen geführt, wie schnell sich Dinge ändern, zu Ende gehen & was für ein alter Sack ich geworden bin.

Beispiel 1: Letzten Freitag bin ich mit Julia zu meiner alten Judogruppe gegangen. Mein ehemaliger Judotrainer hat mir meine Kinderbetreuungsreferenz ausgestellt, & ich hatte versprochen, ihn & die Gruppe bald zu besuchen.
Es war ein seltsames Gefühl, nach 5 Jahren zurück an dem Ort zu sein, an dem ich in meiner Jugend so viel Zeit verbracht habe. Die Halle roch noch genauso muffig vertraut wie früher, die Judomatten waren etwas mehr geflickt worden & auch die dicken, blauen Turnmatten weckten sofort wieder das Verlangen, sich mit Schwung drauf zu werfen.
Die Gesichter der Kinder waren mir jedoch zum größten Teil unbekannt. Dann kamen jedoch noch 2 Jungs, die wir früher selbst trainiert hatten - & als ich erfuhr, dass die nun auch schon 17 bzw. 18 Jahre alt waren, war ich etwas geschockt.

Beispiel 2: Montag war ich das letzte Mal in der FH, um mit ein paar Anderen eine Gruppenhausarbeit zu Ende zu schreiben. Und als wir unsere Taschen packten & den Raum verließen, wurde mir erst wirklich bewusst, dass dies mein letzter Besuch in der FH Münster war. Wehmut machte sich in mir breit, & ich umarmte die Feuerschutztür, die Wand & das Treppengeländer & verabschiedete mich jeweils von diesen Objekten. Unglaublich.
Ich mußte daran denken, wie ich damals, vor dem Studium, auf diesem Blog mein Innerstes nach außen gekehrt hatte. Ich erinnerte mich an den Frust, als mich zunächst sämtliche Fhs abwiesen & die Freude, als plötzlich doch einen Brief der FH Münster in meinem Briefkasten lag. Ich weiß noch ganz genau, wie begeistert ich war, als ich aus dem Autofenster meiner Oma das erste Mal dieses eindrucksvolle Gebäude, die Fachhochschule sah - & wie sehr ich meine Tränen zurück halten musste, als mir vom Prüfungsamt mitgeteilt wurde, mein FSJ würde für das Studium nicht anerkannt werden, weil es "keine Soziale Arbeit" sei. Wie depressiv ich war, weil meine Zukunft von einer Minute auf die Andere mehr als ungewiss war & all meine Pläne vom Studieren & Ausziehen einfach verpufften. Wie verzweifelt ich war & nach jedem Halm griff, den man mir reichte. Wie viel Schiss ich hatte, als ich das erste Mal in den Zug nach Münster stieg & nicht wußte, ob mein Studium an diesem Tage wirklich beginnen würde. Der Ärger rund um WG-Suche & mit der WG selber... das soll nun alles 3 Jahre her sein?

Beispiel 3: Zudem habe ich Montag meine Wohnung in Münster gekündigt. Auch dies fühlte sich wie ein Stich ins Herz an. Ich habe diese Stadt wirklich lieb gewonnen mit all seinen viel zu tollen Cafés, Discos, dem Hafen & dem Aasee. Diese Kündigung ist so etwas entgültiges & es fühlt sich unbehaglich an.
2 Jahre habe ich in meiner Minibutze mit bester Lage der Stadt gewohnt - im September werde ich dann vorerst wieder zu Hause einziehen. Das wird schwierig, aber es soll ja auch nicht auf Dauer sein. Autonomie adé.

Beispiel 4: Die Zukunft formt sich langsam zu etwas konkretem. Der Au Pair-Brei, in dem ich nun seit einigen Wochen rühre wird immer fester & ist nun wirklich das vorherrschende, primäre Ziel.
Die Bewerbung habe ich abgeschickt, & bis auf Fotos mit Kindern, die ich nicht hochgeladen habe [weil ich einfach keine habe; ich hatte ernsthaft überlegt, mich mit irgendwelchen Kindern auf 'nem Spielplatz fotografieren zu lassen, aber das war mir dann doch zu blöd], habe ich mich sehr eng an die Vorgaben & Empfehlungen gehalten. Jetzt heißt es abwarten, die Organisation will sich dann bei mir melden.
Gester habe ich auch endlich einen Reisepass beantragt, mit Fingerabdrücken abgeben & allem drum & dran. Hab mich gefühlt wie eine Kriminelle, aber bitte schön.

Beispiel 5: Das es jetzt wirklich ernst wird, habe ich gestern gespürt, nachdem ich nach Beantragung des Passes zur Agentur für Arbeit gegangen bin & mich als arbeitssuchend bzw. ab September als arbeitslos gemeldet habe. Wow, das klingt losermäßiger, als es eigentlich ist.
Am 07.08. habe ich dann einen Beratungstermin mit irgendeinem Heinz & der guckt sich mit mir meine Bewerbungen durch & klärt mich ein bisschen darüber auf, wie ich jetzt am Besten vorgehe [falls das mit dem Au Pair nicht klappen sollte & für die Zeit danach]. Da bin ich ja mal gespannt.

All diese Erwachsenendinge - Wohnung kündigen, Ausbildung beenden, sich beim Arbeitsamt melden & sich allgemein ernste Gedanken um Finanzen & seine Zukunft zu machen - machen mich leicht nervös & auch irgendwie traurig, weil ich fühle, wie ein weiterer Teil meiner Kindheit & Narrenfreiheit zerbröselt.
Natürlich kann es nicht für immer so weiter gehen, wie es im Moment ist. Irgendwann kommt eben der Punkt, an dem man sich Verantwortungen aller Art stellen muss - & dieser Punkt ist nun bald erreicht.
Das ich mich aber in einen vollkommen verstockten, spießigen Erwachsenen verwandeln werde, glaube ich nicht. Ich glaube viel mehr, dass ich nie zu 100% erwachsen sein werde. Dafür stehe ich viel zu sehr auf alberne Cartoons, Seifenblasen, sich-keine-Sorgen-machen & ich schätze, dieses Video von mir [Anschwung gebend] & Drago [sich drehend] auf ihrem Geburtstag vor 2 Wochen ist der Beweis, dass wir noch nicht ganz verloren sind.



Cheerio.
12.7.13 14:33





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